Unterwegs in Down Under 2005

 
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Tagebuch meines Australienaufenthaltes

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Woche 29 (14.11. - 20.11.)

Von Magnetic Island ging es dann am nächsten Tag weiter nach Mission Beach. Dort wollten wir eigentlich zunächst nur für eine Nacht bleiben, aber weil unser Backpackers so schön und billig war, haben Paul, Mette und ich beschlossen, kurzfrisitg noch eine Nacht länger zu bleiben, während Dominik am nächsten Morgen schon nach Cairns aufgebrochen ist.

Was dann kam war allerdings nicht geplant und sollte zum nächsten Highlight meiner Tour werden... Weil der Besitzer des Backpackers auch ein Boot besaß, mit dem er Tauch- und Schnorcheltouren zum Great Barrier Reef anbot, haben wir kurzerhand beschlossen, eine weitere Tagestour mitzumachen, schließlich konnte ich vom Tauchen am Riff auch nicht genug bekommen. Als wir gerade für die Tour bezahlen wollten, fragte uns der Besitzer dann, ob wir nicht Lust hätten ihm am nächsten morgen bei der Vorbereitung des Bootes ein wenig zu helfen und während dem Trip ein paar Getränke an die Passagiere verkaufen wollten... als Gegenleistung haben wir den kompletten Trip und das Tauchen umsonst bekommen! Natürlich haben wir unds das nicht lange überlegt, sofort zugesagt und waren somit für einen Tag als Bootscrew angeheuert. Es hat uns super viel Spaß gemacht, das Tauchen war wie immer atemberaubend und mal abgesehen davon, dass wir eine ordentiche Summe Geld gespart haben, war es mit Sicherheit auch eine Erfahrung, die man normalerweise sonst nicht machen würde!

Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Cairns. Leider hatte ich aber mittlweile meine komplette für den Ostküstentrip eingeplante Zeit aufgebraucht und konnte dort deshalb nur eine Nacht verbringen. In Cairns haben wir uns dann auch von Paul und Mette verabschiedet, was nach zwei Wochen und tollen gemeinsamen Erlebnissen doch etwas traurig war. Aber der Besuch in Dänemark und der Gegenbesuch in Deutschland ist schon arrangiert!

Und schon ging es weiter: Nachdem wir die Ostküste nun komplett bereist hatten, sah die nächste Etappe einen Abstecher ins Landesinnere nach Alice Springs vor. Von dort wollten wir dann eine Tour zum Ayers Rock, Kings Canyon und den Olgas machen. Zunächst mussten wir aber erst einmal in Alice Springs ankommen. Dafür hatten wir uns für eine mehrtägige Outbacksafari von Cairns nach Alice Springs entschieden. Was für die meisten jetzt angesichts einer Entfernung von 2100 km (!) und neun bis zwölf Stunden täglicher Busfahrt sicher nach totaler Langeweile oder Wahnsinn klingt, wurde für mich aber ebenfalls ein wunderschönes Erlebnis. Hier die Kurzfassung der drei Tage: Wir haben 2100 km quer durch`s australische Outback zurückgelegt, dabei jede Menge Känguruhs, Emus, Termitenhügel und natürlich gaaaanz gaaaaaanz viel roten Sand gesehen, zwei absolut traumhafte Sonnenauf- und - untergänge in der Wüste erlebt, mitten im Outback in Swags unter freiem Himmel geschlafen und dabei den tollsten Sternenhimmel meines Lebens gesehen, mittlerweile roten Sand in den Schuhen und noch an ein paar anderen Körperstellen gefunden, auf einer Farm mit Känguruhbabys geschmust, in der kleinsten Bar Australiens ein Bier getrunken, uns über ein paar der schrägsten Roadsigns in Down Under amüsiert, das pure "Gefühl von Nichts" im Outback genossen (ein Gefühl, dass man nicht beschreiben kann, sondern das man erlebt haben muss um es zu verstehen), täglich bis zu 6 Liter Wasser getrunken und mindestens genauosoviel auch wieder rausgeschwitzt, etliche tolle Bilder gemacht, an der Grenze von Queensland ins Northern Teritorry gepinkelt :-)) und einfach jede Menge Spaß gehabt!!

Nach unserer Ankunft in Alice Springs hatten wir dann erst einem einen Tag Zeit um uns die Stadt etwas anzusehen. Die nutzten wir unter anderem um uns den Anzac Hill anzusehen, von wo aus man einen schönen Ausblick auf die Stadt hatte. Dabei erspähten wir dann auch ein paar Roadtrains, von denen wir auf unserer Outbacktour erstaunlicherweise nicht einen einzigen gesehen hatten. Deshalb haben wir dann als nächstes versucht ein Photo von einem dieser Ungetüme (53 Meter lang, 62 Räder, drei Anhänger) zu bekommen, was uns dann nach einer haldstündigen Suche auch geglückt ist. Ansonsten gibt es in Alice Springs aber nicht so wirklich viel zu sehen und die Stadt ist eigentlich recht langweilig.

Nach einer weiteren Nacht im "Melankas Backpackers", ging es dann weiter zu einem weiteren Höhepunkt unserer Tour, einem mehrtägigen Campingtrip ins Outback mit Besuch des Uluru, der Olgas und des Kings Canyon. Am ersten Tag der Tour standen die Olgas auf dem Programm. Hier haben wir eine kleine Wanderung gemacht und die wirklich eindrucksvollen Felsformationen bestaunt. Am Abend sind wir dann zum ersten mal zu Uluru gefahren, allerdings haben wir ihn zunächst nur aus der Ferne im Sonnenuntergang betrachtet. Nach diesem wirklich spektakulären Sonnenuntergang (einer der schönsten, die ich je gesehen habe) ging es dann zu unserem Campinglager zurück, wo wir dann bei ein paar Bierchen ums Lagerfeuer gesessen haben. Da es nach einem brütend heißem Tag (43°C um 10:00 Uhr morgens) auch nachts noch relativ warm gewesen ist, habe ich beschlossen die Nacht im Swag unter freiem Sternenhimmel verbracht (wer wissen will, was ein Swag ist, der kann im Lexikon nachschauen) . Der ist nämlich in der absoluten Dunkelheit des Outbacks an Sternenreichtum kaum noch zu übertreffen und einfach nur ein purer Genuss!

Am nächsten morgen hieß es dann früh aufstehen, denn wir wollten rechtzeitig zum Sonnenaufgang wieder am Uluru sein. Allerdings war der bei weitem nicht so spektkulär wie der Sonnenuntergang am Abend zuvor und hat das frühe Aufstehen meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt. Als nächstes hatten wir eigentlich geplant Uluru zu besteigewn, aber der Climb war leider aufgrund von starken Windböhen auf dem Gipfel geschlossen. So mussten wir uns zunächst mit dem Rundweg um den Felsen begnügen, der immerhin auch 8 - 9 km lang ist. Als wir dann nach etwa zwei Stunden wieder zurück zum Climb kamen, war dieser dann doch geöffnet worden und so stand unserer Kletterpartie nichts mehr im Wege! Die Erklimmung von Uluru war für mich ein weiterer Höhepunkt meiner Tour und hat sich auf dem Gipfel mit einem herrlichen Ausblick auf das Outback und die Olgas bezahlt gemacht! Am Abend sind wir dann wieder zurück ins Camp gefahren und haben ein Camp Oven Dinner über dem Lagerfeuer zubereitet (wer nicht weiß, was das ist: Auch hier hilft ein Blick ins Lexikon)!

Am letzten Tag unserer Tour sind wir dann zum Kings Canyon gefahren, den wir auf einem Rundwanderweg besichtigt haben. Kings Canyon kommt von der Größe her zwar nicht ganz an den Grand Canyon heran, ist aber auch sehr beeindruckend gewesen. Leider stand die Sonne während unserer Wanderung meist im Gegenlicht, so dass wir nur ein paar wenige Photos machen konnten. Am Nachmittag ging es dann auch schon wieder zurück nach Alice Springs, von Uluru nur "schlappe 643 Kilometer" entfernt, weshalb wir auch einen halben Tag für den Rückweg brauchten...


Woche 30 (21.11. - 27.11.)

Zum Abschluss unserer Tour haben wir dann in Alice Springs in der Partybar von "Melankas Backpackers" noch eine lange und heftige Party gefeiert, an die ich mich aber auch nach intensiver Forschung am nächsten Tag nur noch in Teilen erinnern kann ;-))) Wahrscheinlich lag es daran, dass wir vorher in einem Gewinnspiel Getränke zum halben Preis für den kompletten Abend gewonnen haben, wodurch der Alkoholkonsum merklich anstieg! Und weil es so lustig war (wie man den Photos entnehmen kann), sind wir auch fast bis zum Morgengrauen geblieben!

Am nächsten Morgen machte sich dann natürlich allgemeine Katerstimmung breit, weshalb wir den Großteil des Tages in einer Kaffebar verbracht haben um uns zu kurieren und zu versuchen die Ereignisse der letzten Nacht zu rekonstruieren... was aber irgendwie nicht mehr ganz gelungen ist ;-) Um vier Uhr mittgas begann dann die letzte Etappe unserer Reise, die uns zunächst per Flieger von Alice Springs nach Adelaide führte. Dort hat sich uns Dominiks Mitbewohner Kumar angeschlossen, der aus Canberra angereist kam. Gemeinsam haben wir uns ein Auto gemietet und sind in vier Tagen von Adelaide an der Great Ocean Road entlang nach Melbourne gefahren. Die ersten Kilometer der Fahrt waren für mich recht anstrengend, denn der in Australien geltende Linksverkehr machte mir anfänglich doch etwas zu schaffen. Aber irgendwie war es auch lustig, denn auch der Fahrer sitzt im Auto auf der rechten Seite (also dort wo eigentlich der Beifahrer hingehört) und dementsprechend sind auch Schaltknüppel, Scheibenwischer, Blinker, etc. seitenvertauscht, weshalb ich des öfteren den Scheibenwischer zum Abbiegen benutzte... :-)

Bevor wir aber an die eigentliche Great Ocean Road kamen haben wir noch einen Abstecher nach Hahndorf gemacht. Hanhndorf ist die älteste deutsche Siedlung in Australien und schon am Ortseingang wird man durch eine Tafel mit der Aufschrift "Willkommen in Hahndorf - Unser Dorf soll schöner werden" an den im ganzen Ort unverkennbaren deutschen Ursprung erinnert. Leider hatten wir nicht ganz so viel Zeit, aber bei einem kleinen Rundgang durch den kleinen Ort begegnete uns so manches typisch deutsche Relikt und natürlich auch etliche Kneipen im "Hofbräuhaus-Style"! Was Dominik und mir eher ein Schmunzeln entlockte, fand Kumar (gebürtiger Inder) allerdings unglaublich interessant, weshalb er auch geduldig den Erklärungen von Dominik und mir über deutsche Bräuche (z.B. das Oktoberfest) lauschte. Als Ziel unserer ersten Tagesetappe war ursprünglich Kingston vorgesehen, ein kleiner Ort irgendwo an der Westküste zwischen Adelaide und dem Beginn der Great Ocean Road. Als wir dort ankamen mussten wir allerdings feststellen, dass es dort - abgesehen von dem "Giant Lobster" - weder etwas zu sehen, noch einen Backpackers zum Übernachten gab. Also sind wir schnell noch ein Stückchen weitergefahren und haben schließlich in "Robe" den bisher tollsten und genialsten Bakpackers unserer Reise gefunden. Dieser befand sich in einem alten Gutshaus, das mit hohen Zimmerdecken, einer großen Bibliothek mit offenem Kaminfeuer, Wohnzimmer mit Großbild-TV glänzte und zudem frisch renoviert und erst zwei Wochen zuvor eröffnet worden war. Wir fühlten uns dort wie Könige und wären gerne noch eine Nacht länger geblieben. Leider war unser Zeitplan dafür aber zu knapp, weshalb wir schon am nächsten Morgen zu unserer nächsten Etappe aufgebrochen sind!

Am nächsten Tag erreichten wir dann die eigentliche Great Ocean Road, die wir dann in den nächsten drei Tagen bereist haben. Dort haben wir neben den berühmten Felsformstionen "London Bridge" und "Die zwölf Apostel", jede Menge andere tolle Ausichtspunkte gesehen. Zu meinem persönlichen Highlight wurde allerdings eine Wanderung durch den dichten Dschungel etwas abseits der Great Ocean Road, die und zu einem paradisischen Wasserfall führte, den wir dann eine Stunde lang ganz für uns alleine hatten! Leider fehlt mir hier die Zeit, um alle Erlebnisse und Geschehnisse aufzuschreiben, aber die Tour entlang der Great Ocean Road war ein tolles Abenteuer und der phantastische Abschluss einer gigantischen Reise über den fünften Kontinent! Und damit noch nicht genug, denn an unserem letzten Tag haben wir kurz vor Melbourne dann auch noch einmal jede Menge Koalas und Känguruhs gesehen, was die ganze Sache dann auch noch toll beendet hat und den Abschied aus Down Under für mich um so schwerer machte...


Woche 31 (28.11. - 01.12.)

... aber es nützte nichts: Nach sieben Monaten Aufenthalt in Down Under mit tollen und großartigen Erfahrungen war es jetzt soweit: Nicht nur meine Backpackingtour, sondern auch meine Zeit in Down Under war nun (fast) vorüber und mein Rückgflug nach Frankfurt näherte sich unweigerlich. Deshalb bin ich von Melbourne zunächst wieder zurück nach Canberra geflogen. Dort angekommen habe ich dann noch einmal einen Tag mit Dominiks Mitbewohnern verbracht und diese Gelegenheit genutzt um noch ein letztes mal in meinem Labor vorbeizuschauen und mich auch dort endgültig zu verabschieden. Da Weihnachten vor der Tür stand sind wir noch einmal zusammen mit allen Laborkollegen zum Essen ausgegangen!

Am nächsten Tag habe ich dann schweren Herzens Abschied von Dominiks Mitbewohnern und von Canberra genommen. Von dort ging es zunächst mit dem Bus zum Flughafen nach Sydney, von wo aus ich dann am 30.11. Australien verlassen habe und nach 21 Stunden Flug mit Zwischenstopp in Singapure wieder zurück im vorweihnachtlichen Deutschland war ... nach vier Wochen im heißen Outback war es der absolute und ultimative Kulturschock ;-)) Aber ich habe mich natürlich auch gefreut euch alle wiederzusehen und denke es wird sicher bald die ein oder andere größere Bildersession geben!

Ich hoffe ihr konntet (und könnt) mit diesem Tagebuch einen kleinen Einblick in meinen Aufenthalt und das Leben in Down Under erhalten. Mir bleiben viele Erinnerungen (nicht nur in Form von knapp 2500 Bildern) an eine tolle Zeit, viele schöne Erfahrungen, neue Freundschaften und das gute Gefühl, etwas ganz Besonderes erlebt zu haben, dass ich sicherlich nie mehr vergessen werde!

Marco

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