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Woche 29 (14.11. - 20.11.)
Von Magnetic Island ging es dann am nächsten Tag weiter
nach Mission Beach. Dort wollten wir eigentlich zunächst
nur für eine Nacht bleiben, aber weil unser Backpackers
so schön und billig war, haben Paul, Mette und ich beschlossen,
kurzfrisitg noch eine Nacht länger zu bleiben, während
Dominik am nächsten Morgen schon nach Cairns aufgebrochen
ist.
Was dann kam war allerdings nicht geplant und sollte zum
nächsten Highlight meiner Tour werden... Weil der Besitzer
des Backpackers auch ein Boot besaß, mit dem er Tauch-
und Schnorcheltouren zum Great Barrier Reef anbot, haben wir
kurzerhand beschlossen, eine weitere Tagestour mitzumachen,
schließlich konnte ich vom Tauchen am Riff auch nicht
genug bekommen. Als wir gerade für die Tour bezahlen
wollten, fragte uns der Besitzer dann, ob wir nicht Lust hätten
ihm am nächsten morgen bei der Vorbereitung des Bootes
ein wenig zu helfen und während dem Trip ein paar Getränke
an die Passagiere verkaufen wollten... als Gegenleistung haben
wir den kompletten Trip und das Tauchen umsonst bekommen!
Natürlich haben wir unds das nicht lange überlegt,
sofort zugesagt und waren somit für einen Tag als Bootscrew
angeheuert. Es hat uns super viel Spaß gemacht, das
Tauchen war wie immer atemberaubend und mal abgesehen davon,
dass wir eine ordentiche Summe Geld gespart haben, war es
mit Sicherheit auch eine Erfahrung, die man normalerweise
sonst nicht machen würde!
Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Cairns. Leider
hatte ich aber mittlweile meine komplette für den Ostküstentrip
eingeplante Zeit aufgebraucht und konnte dort deshalb nur
eine Nacht verbringen. In Cairns haben wir uns dann auch von
Paul und Mette verabschiedet, was nach zwei Wochen und tollen
gemeinsamen Erlebnissen doch etwas traurig war. Aber der Besuch
in Dänemark und der Gegenbesuch in Deutschland ist schon
arrangiert!
Und schon ging es weiter: Nachdem wir die Ostküste nun
komplett bereist hatten, sah die nächste Etappe einen
Abstecher ins Landesinnere nach Alice Springs vor. Von dort
wollten wir dann eine Tour zum Ayers Rock, Kings Canyon und
den Olgas machen. Zunächst mussten wir aber erst einmal
in Alice Springs ankommen. Dafür hatten wir uns für
eine mehrtägige Outbacksafari
von Cairns nach Alice Springs entschieden. Was für die
meisten jetzt angesichts einer Entfernung von 2100 km (!)
und neun bis zwölf Stunden täglicher Busfahrt sicher
nach totaler Langeweile oder Wahnsinn klingt, wurde für
mich aber ebenfalls ein wunderschönes Erlebnis. Hier
die Kurzfassung der drei Tage: Wir haben 2100 km quer durch`s
australische Outback zurückgelegt, dabei jede Menge Känguruhs,
Emus, Termitenhügel und natürlich gaaaanz gaaaaaanz
viel roten Sand gesehen, zwei absolut traumhafte
Sonnenauf- und - untergänge in der Wüste erlebt,
mitten im Outback in Swags unter freiem Himmel geschlafen
und dabei den tollsten Sternenhimmel meines Lebens gesehen,
mittlerweile roten Sand in den Schuhen und noch an ein paar
anderen Körperstellen gefunden, auf einer Farm mit
Känguruhbabys geschmust, in der kleinsten Bar Australiens
ein Bier getrunken, uns über ein paar der schrägsten
Roadsigns
in Down Under amüsiert, das pure "Gefühl von
Nichts" im Outback genossen (ein Gefühl, dass man
nicht beschreiben kann, sondern das man erlebt haben muss
um es zu verstehen), täglich bis zu 6 Liter Wasser getrunken
und mindestens genauosoviel auch wieder rausgeschwitzt, etliche
tolle Bilder gemacht, an der Grenze
von Queensland ins Northern Teritorry gepinkelt :-)) und
einfach jede Menge Spaß gehabt!!
Nach unserer Ankunft in Alice
Springs hatten wir dann erst einem einen Tag Zeit um uns
die Stadt etwas anzusehen. Die nutzten wir unter anderem um
uns den Anzac Hill anzusehen, von wo aus man einen schönen
Ausblick auf die Stadt hatte. Dabei erspähten wir dann
auch ein paar Roadtrains, von denen wir auf unserer Outbacktour
erstaunlicherweise nicht einen einzigen gesehen hatten. Deshalb
haben wir dann als nächstes versucht ein Photo
von einem dieser Ungetüme (53 Meter lang, 62 Räder,
drei Anhänger) zu bekommen, was uns dann nach einer haldstündigen
Suche auch geglückt ist. Ansonsten gibt es in Alice Springs
aber nicht so wirklich viel zu sehen und die Stadt ist eigentlich
recht langweilig.
Nach einer weiteren Nacht im "Melankas Backpackers",
ging es dann weiter zu einem weiteren Höhepunkt unserer
Tour, einem mehrtägigen Campingtrip
ins Outback mit Besuch des Uluru, der Olgas und des Kings
Canyon. Am ersten Tag der Tour standen die Olgas auf dem Programm.
Hier haben wir eine kleine Wanderung gemacht und die wirklich
eindrucksvollen Felsformationen bestaunt. Am Abend sind wir
dann zum ersten mal zu Uluru gefahren, allerdings haben wir
ihn zunächst nur aus der Ferne im Sonnenuntergang betrachtet.
Nach diesem wirklich spektakulären
Sonnenuntergang (einer der schönsten, die ich je
gesehen habe) ging es dann zu unserem Campinglager zurück,
wo wir dann bei ein paar Bierchen ums Lagerfeuer gesessen
haben. Da es nach einem brütend heißem Tag (43°C
um 10:00 Uhr morgens) auch nachts noch relativ warm gewesen
ist, habe ich beschlossen die Nacht im Swag unter freiem Sternenhimmel
verbracht (wer wissen will, was ein Swag ist, der kann im
Lexikon nachschauen) . Der ist nämlich in der absoluten
Dunkelheit des Outbacks an Sternenreichtum kaum noch zu übertreffen
und einfach nur ein purer Genuss!
Am nächsten morgen hieß es dann früh aufstehen,
denn wir wollten rechtzeitig zum Sonnenaufgang wieder am Uluru
sein. Allerdings war der bei weitem nicht so spektkulär
wie der Sonnenuntergang am Abend zuvor und hat das frühe
Aufstehen meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt. Als nächstes
hatten wir eigentlich geplant Uluru zu besteigewn, aber der
Climb war leider aufgrund von starken Windböhen auf dem
Gipfel geschlossen. So mussten wir uns zunächst mit dem
Rundweg um den Felsen begnügen, der immerhin auch 8 -
9 km lang ist. Als wir dann nach etwa zwei Stunden wieder
zurück zum Climb kamen, war dieser dann doch geöffnet
worden und so stand unserer Kletterpartie
nichts mehr im Wege! Die Erklimmung von Uluru war für
mich ein weiterer Höhepunkt meiner Tour und hat sich
auf dem Gipfel mit einem herrlichen Ausblick auf das Outback
und die Olgas bezahlt gemacht! Am Abend sind wir dann wieder
zurück ins Camp gefahren und haben ein Camp Oven Dinner
über dem Lagerfeuer zubereitet (wer nicht weiß,
was das ist: Auch hier hilft ein Blick
ins Lexikon)!
Am letzten Tag unserer Tour sind wir dann zum Kings
Canyon gefahren, den wir auf einem Rundwanderweg besichtigt
haben. Kings Canyon kommt von der Größe her zwar
nicht ganz an den Grand Canyon heran, ist aber auch sehr beeindruckend
gewesen. Leider stand die Sonne während unserer Wanderung
meist im Gegenlicht, so dass wir nur ein paar wenige Photos
machen konnten. Am Nachmittag ging es dann auch schon wieder
zurück nach Alice Springs, von Uluru nur "schlappe
643 Kilometer" entfernt, weshalb wir auch einen halben
Tag für den Rückweg brauchten...
Woche 30 (21.11. - 27.11.)
Zum Abschluss unserer Tour haben wir dann in Alice Springs
in der Partybar
von "Melankas Backpackers" noch eine lange und
heftige Party gefeiert, an die ich mich aber auch nach intensiver
Forschung am nächsten Tag nur noch in Teilen erinnern
kann ;-))) Wahrscheinlich lag es daran, dass wir vorher in
einem Gewinnspiel Getränke zum halben Preis für
den kompletten Abend gewonnen haben, wodurch der Alkoholkonsum
merklich anstieg! Und weil es so lustig war (wie man den Photos
entnehmen kann), sind wir auch fast bis zum Morgengrauen geblieben!
Am nächsten Morgen machte sich dann natürlich allgemeine
Katerstimmung breit, weshalb wir den Großteil des Tages
in einer Kaffebar verbracht haben um uns zu kurieren und zu
versuchen die Ereignisse der letzten Nacht zu rekonstruieren...
was aber irgendwie nicht mehr ganz gelungen ist ;-) Um vier
Uhr mittgas begann dann die letzte Etappe unserer Reise, die
uns zunächst per Flieger von Alice Springs nach Adelaide
führte. Dort hat sich uns Dominiks Mitbewohner Kumar
angeschlossen, der aus Canberra angereist kam. Gemeinsam haben
wir uns ein Auto gemietet und sind in vier Tagen von Adelaide
an der Great Ocean Road entlang nach Melbourne gefahren. Die
ersten Kilometer der Fahrt waren für mich recht anstrengend,
denn der in Australien geltende Linksverkehr machte mir anfänglich
doch etwas zu schaffen. Aber irgendwie war es auch lustig,
denn auch der Fahrer sitzt im Auto auf der rechten Seite (also
dort wo eigentlich der Beifahrer hingehört) und dementsprechend
sind auch Schaltknüppel, Scheibenwischer, Blinker, etc.
seitenvertauscht, weshalb ich des öfteren den Scheibenwischer
zum Abbiegen benutzte... :-)
Bevor wir aber an die eigentliche Great Ocean Road kamen
haben wir noch einen Abstecher nach Hahndorf
gemacht. Hanhndorf ist die älteste deutsche Siedlung
in Australien und schon am Ortseingang wird man durch eine
Tafel mit der Aufschrift "Willkommen in Hahndorf - Unser
Dorf soll schöner werden" an den im ganzen Ort unverkennbaren
deutschen Ursprung erinnert. Leider hatten wir nicht ganz
so viel Zeit, aber bei einem kleinen Rundgang durch den kleinen
Ort begegnete uns so manches typisch deutsche Relikt und natürlich
auch etliche Kneipen im "Hofbräuhaus-Style"!
Was Dominik und mir eher ein Schmunzeln entlockte, fand Kumar
(gebürtiger Inder) allerdings unglaublich interessant,
weshalb er auch geduldig den Erklärungen von Dominik
und mir über deutsche Bräuche (z.B. das Oktoberfest)
lauschte. Als Ziel unserer ersten Tagesetappe war ursprünglich
Kingston vorgesehen, ein kleiner Ort irgendwo an der Westküste
zwischen Adelaide und dem Beginn der Great Ocean Road. Als
wir dort ankamen mussten wir allerdings feststellen, dass
es dort - abgesehen von dem "Giant
Lobster" - weder etwas zu sehen, noch einen Backpackers
zum Übernachten gab. Also sind wir schnell noch ein Stückchen
weitergefahren und haben schließlich in "Robe"
den bisher tollsten und genialsten Bakpackers unserer Reise
gefunden. Dieser befand sich in einem alten Gutshaus, das
mit hohen Zimmerdecken, einer großen Bibliothek mit
offenem Kaminfeuer, Wohnzimmer mit Großbild-TV glänzte
und zudem frisch renoviert und erst zwei Wochen zuvor eröffnet
worden war. Wir fühlten uns dort wie Könige und
wären gerne noch eine Nacht länger geblieben. Leider
war unser Zeitplan dafür aber zu knapp, weshalb wir schon
am nächsten Morgen zu unserer nächsten Etappe aufgebrochen
sind!
Am nächsten Tag erreichten wir dann die eigentliche
Great Ocean Road, die wir dann in den nächsten drei Tagen
bereist haben. Dort haben wir neben den berühmten Felsformstionen
"London
Bridge" und "Die
zwölf Apostel", jede Menge andere tolle Ausichtspunkte
gesehen. Zu meinem persönlichen Highlight wurde allerdings
eine Wanderung durch den dichten Dschungel etwas abseits der
Great Ocean Road, die und zu einem paradisischen Wasserfall
führte, den wir dann eine Stunde lang ganz für uns
alleine hatten! Leider fehlt mir hier die Zeit, um alle Erlebnisse
und Geschehnisse aufzuschreiben, aber die Tour entlang der
Great Ocean Road war ein tolles Abenteuer und der phantastische
Abschluss einer gigantischen Reise über den fünften
Kontinent! Und damit noch nicht genug, denn an unserem letzten
Tag haben wir kurz vor Melbourne dann auch noch einmal jede
Menge Koalas
und Känguruhs
gesehen, was die ganze Sache dann auch noch toll beendet hat
und den Abschied aus Down Under für mich um so schwerer
machte...
Woche 31 (28.11. - 01.12.)
... aber es nützte nichts: Nach sieben Monaten Aufenthalt
in Down Under mit tollen und großartigen Erfahrungen
war es jetzt soweit: Nicht nur meine Backpackingtour, sondern
auch meine Zeit in Down Under war nun (fast) vorüber
und mein Rückgflug nach Frankfurt näherte sich unweigerlich.
Deshalb bin ich von Melbourne
zunächst wieder zurück nach Canberra geflogen. Dort
angekommen habe ich dann noch einmal einen Tag mit Dominiks
Mitbewohnern verbracht und diese Gelegenheit genutzt um noch
ein letztes mal in meinem Labor vorbeizuschauen und mich auch
dort endgültig zu verabschieden. Da Weihnachten vor der
Tür stand sind wir noch einmal zusammen mit allen Laborkollegen
zum Essen ausgegangen!
Am nächsten Tag habe ich dann schweren Herzens Abschied
von Dominiks Mitbewohnern und von Canberra genommen. Von dort
ging es zunächst mit dem Bus zum Flughafen nach Sydney,
von wo aus ich dann am 30.11. Australien verlassen habe und
nach 21 Stunden Flug mit Zwischenstopp in Singapure wieder
zurück im vorweihnachtlichen Deutschland war ... nach
vier Wochen im heißen Outback war es der absolute und
ultimative Kulturschock ;-)) Aber ich habe mich natürlich
auch gefreut euch alle wiederzusehen und denke es wird sicher
bald die ein oder andere größere Bildersession
geben!
Ich hoffe ihr konntet (und könnt) mit diesem Tagebuch
einen kleinen Einblick in meinen Aufenthalt und das Leben
in Down Under erhalten. Mir bleiben viele Erinnerungen (nicht
nur in Form von knapp 2500 Bildern) an eine tolle Zeit, viele
schöne Erfahrungen, neue Freundschaften und das gute
Gefühl, etwas ganz Besonderes erlebt zu haben, dass ich
sicherlich nie mehr vergessen werde!
Marco
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